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Biohof Baselbiet: Zu Besuch bei Familie Hostettler in Sissach

Autorenbild: Bioflix
Bioflix
14. Okt.
5 Min. Lesezeit
09.September 2026


Wo sind wir hier und  was baut ihr auf dem Bauernhof an ?



Wir sind hier auf dem Biohof-Alpbad bei Familie Johannes und Magdalena Hostettler und Ihren Kindern. Der Biohof liegt umringt von alten Hochstammbäumen in hügeliger Landschaft bei Sissach im Oberbaselbiet. Die Hostettlers führen diesen Bauernhof bereits in der 4. Generation. Neben dem Landwirtschaftsbetrieb gibt es das Restaurant Alpbad, wo Erzeugnisse aus der Landwirtschaft mit der Gastronomie verknüpft werden. Magdalena und Johannes Hostettler betreiben aber nur den Landwirtschaftsbetrieb. Seit 1988 wird auf Ihrem Alpbad Hof biologischer Landbau betrieben.


Biohof Alpbad bei Sissach mit Hochstammbäumen und weidenden Mutterkühen

Vor der Wohntür  ist unser Treffpunkt, wo Magdalena und Ihre Tochter Juliane mich herzlich empfangen und auf einen Rundgang einladen. Der Bauernhof ist ein Mischbetrieb, das bedeutet, dass die Bereiche aus Mutterkuhhaltung, Hochstammbäumen und Ackerbau miteinander kombiniert werden.

Magdalena überquert den Hof und zeigt mir zuerst das Feld mit Winterweizen, welches im Moment auf der 2 ha Nutzfläche angebaut wird und das sich hinter den Stall Gebäulichkeiten befindet. Das biologische Saatgut, das verwendet wird, heisst WIWA Winterweizen und kommt von Satvia Gut Rheinau. Dies ist ein Saat- und Pflanzgut Produzent mit biologischem und biodynamischem Hintergrund.Bei der Bestellung der Felder wechselt die Fruchtfolge zwischen Weizenanbau und Luzerne bzw. Klee ab. Das ist das, was in der Fruchtfolge auf dem Feld passiert.

Mit einer halben Körperdrehung blicke ich direkt hinüber zum Laufstall. Hier leben im Moment 11 Mutterkühe. Dorothea und Alma sind zwei davon. Eine weitere Kuh ist in einem separaten Stall untergebracht, da sie in wenigen Stunden ein Junges zur Welt bringen wird. Die restliche Kuhherde ist beieinander. Manche stehen, einige liegen friedlich im Stroh.


Die Ammenkühe sind Nutztiere wie auch die Felder Nutzflächen sind, lerne ich von Magdalena. Von der sogenannten Ammenkuhhaltung werden Fleischprodukte erzeugt und direkt ab Hof verkauft. Aus Muttertieren werden z.B. Salami, Trockenfleisch und Landjäger hergestellt. Biobeef Mischpakete sind aus Fleisch von Jungtieren welche ca. 1 Jahr alt sind gemacht. Beim Ackerbau ist es so, dass ein Teil des Brotgetreides zum Eigenbedarf genutzt wird und der grössere Teil weiter an die Mühle Maisprach geliefert wird. Hier auf dem Hof werden bei 2 Hektar Land etwa 11 Tonnen Weizen geerntet.


Die Kälber werden mit Muttermilch aufgezogen, danach gibt es Raufutter und Gras. Der Biohof Alpbad ist kein Mastbetrieb. Die Tiere bekommen keine Maissilage, sagt Landwirt Johannes, der eben zu unserem Gespräch dazukommt. Das Silo, sagte er, ist eine zusätzliche Nahrungsquelle für die Tiere. Es schmeckt wie fermentiert und hat eine Sauerkraut Ähnlichkeit.


Magdalena führt mich auch zum schönen Hochstammobstgarten mit verschiedenen Obstsorten, die geerntet werden: Kirschen, Äpfel, Zwetschgen und Birnen. Sie werden als Tafelobst angeboten und die weniger schönen Früchte zu traditionellem Most und Schnaps verarbeitet. Dieses Jahr kann kein Most an Bioflix geliefert werden. Es hat leider zu wenig Äpfel-Erträge gegeben. Die Glockenäpfel sind sogar geschrumpft, sagt Magdalena.


Magdalena zeigt auf die Pressrückstände (Trester) vom gewonnenen Hauseigenen Most. Sie zeigt mir auch Fässer mit Zwetschgen-, und Kirschschnaps, die aber noch nicht destilliert und gebrannt wurden.



Was beschäftigt euch momentan ?


Die Landwirte leben von der eigenen Landwirtschaft. Es muss wirtschaftlich rentabel sein.

Am Hof wird direkte Vermarktung angestrebt, sagt Magdalena, eine volle Wertschöpfung ist wichtig. Wertschöpfung ab Hof bedeutet der Anteil an wirtschaftlichem Gesamtwert eines landwirtschaftlichen Produkts, der direkt vom Betrieb erwirtschaftet wird.


Warum ist es wichtig? Die Landwirte erhalten den vollen Preis der Verbraucher und müssen den Gewinn nicht mit Einzelhändlern oder Grosshändlern teilen. Dazu ist es eine Existenzsicherung für kleine Betriebe, die mit Wertschöpfung oft die einzige Möglichkeit haben, wirtschaftlich zu überleben, um nicht massiv wachsen zu müssen.



Wie wird  Hochstammobst gepflegt ?


Ein Schnitt wird im Winter gemacht. Das Schneiden der Hochstammbäume dient dazu, ein stabiles Kronengerüst aufzubauen, die Vitalität des Baumes zu erhalten und eine gute Erntequalität zu sichern. Mehr konnte ich zu diesem Thema nicht erfahren.


Die Landwirte Hostettler arbeiten mit Abnehmern wie der Genossenschaft Biofarm zusammen. Biofarm ist für sie ein sehr verlässlicher und wertschätzender Handelspartner, sagt Magdalena. Sie engagieren sich für Boden-und Umwelt-Erhaltung, und ökologische Zusammenhänge wie z.B. auch die Erhaltung von Hochstammbäumen, welche für Vögel und Insekten eine wichtige Lebensgrundlage schaffen. Von den Hochstammbäumen werden Kirschen und Zwetschgen an Biofarm verkauft. Sie akzeptiert kleinere Lieferungen, z.B. 100 kg Obst und vergütet diese mit fairen Produktpreisen, erklärt Magdalena.


Die diesjährige Hitze und Trockenheit ist auch für den Betrieb Hof Alpbad belastend gewesen. Tiere und Pflanzen haben gelitten. Was sind die Folgen von Trockenheit ? Welche Pflanzen können zukünftig wachsen? Landwirte arbeiten nahe mit der Natur und sind davon abhängig und betroffen. Siehe Hitze Sommer 2026.



Wie geht ihr mit Futterknappheit um ?


Im Juli und August hielten sich die Kühe während der Hitzetage meistens im Schatten des Laufstalls auf, erzählt Magdalena, aber zu aller Überraschung bewegte sich die Herde in der heissesten Zeit am Nachmittag in die pralle Sonne. Das Gras verdorrte und somit gab es nicht genügend Futterreserven, sodass zusätzliche Mengen an Heu in Italien eingekauft werden mussten. Magdalena zeigte mir die ungefüllten Lücken im Heuschopf, welche normalerweise voll sind und den eigentlichen Wintervorrat ausmachen.


Die Hoststetter haben eine eigene Quelle auf ihrem Anwesen. Es ist durchaus ein wichtiges Thema, das Wassermanagement im Blick zu behalten. Auch die Gemeinde in Sissach rief die Bevölkerung diesen Sommer auf, Wasser zu sparen.

Johannes beschäftigt auch die Frage, wie es zukünftig weitergehen wird mit der Landwirtschaft. Er findet, kleine Landwirtschaftsbetriebe machen eine Vielfalt aus und sind wichtig, das grösser jedoch nicht unbedingt besser ist.

Wir verbrauchen derzeit zu viele Ressourcen, zu viel Energie, Wasser, Strom, Landressourcen. Bei Futterknappheit kann es auch sein, dass Nutztiere Zwangs Geschlachtet werden müssen.



Was ist selbstverständlich im Kreislauf mit Natur zu arbeiten ?



Landwirt füttert Kühe mit frischem Gras im Laufstall

Johannes fasst dies in folgenden Punkten zusammen:


  1. Selbstverständlich im Kreislauf mit Natur zu arbeiten bedeutet, dass Lebensmittel aus der Arbeit hervorgehen

  2. Im Rhythmus des Aussaatkalenders z.B. nach Maria Thun zu arbeiten.

  3. Arbeit mit Tieren und Pflanzen bedeutet auch, Prozesse von Nahrung und Ausscheidung zu verstehen und zu nutzen. z.B. das nutzen des organischen Abfalls für fruchtbaren Boden

  4. Das bedeutet auch: Wissen über Mist zu haben oder Wissen zum Humusaufbau, Funktionierende Nährstoffkreisläufe ermöglichen.

  5. Organische Prozesse des Lebens wie auch von Tod begegnen.

  6. Mit Unvorhersehbarkeiten von Wetter und Klima umgehen lernen.

  7. Stroh, das vom Halm getrocknet ist, das den Tieren im Stall zum Liegen oder Schlafen Wärme gibt.

  8. Die Kühe werden mit Homöopathie verarztet. Nur im Notfall wird Antibiotika verabreicht, erklärt Magdalena.

  9. Es ist ganz selbstverständlich, dass man mit den Tieren hier lieb kommuniziert, nicht einfach nur sagt, die sind nur Nutztiere.

  10. Bei der Ammenkuhhaltung ist es so, dass die Kälber oder Jungkühe mit 11-14-15 Monaten geschlachtet werden. Sie werden persönlich begleitet und haben ein würdevolles Ende.


Wir befinden uns am Ende unseres Rundgangs im Verarbeitungsraum, wo gerade frische Zwetschgen sortiert und abgewogen werden. Magdalena bedankt sich herzlich bei Bioflix und den Menschen, die sich für die Themen und Leitfäden der Landwirtschaft interessieren und ihre Arbeit auf dem Hof unterstützen.

Später kamen auch noch die Kinder Juliane, Marie Louise dazu. Auch möchte ich mich herzlich für die gemeinsame Zeit und den Rundgang mit  interessanten Gesprächen bedanken.



Welche Bewegungen als Landmenschen fallen euch ein zu Herbst ?


  1. Zwetschgen und Nüsse ufläse.

  2. Beugen von Kopf über Füsse ausgreifen und aufheben.



Was wir vom Biohof im Baselbiet mitnehmen


Unser Besuch auf dem Biohof Alpbad hat uns gezeigt, wie viel Wissen, Sorgfalt und Herz in jedem Produkt steckt. Familie Hostettler arbeitet seit vier Generationen im Rhythmus der Natur, mit all ihren Überraschungen. Der Hitzesommer 2026 hat deutlich gemacht, wie verletzlich kleine Betriebe sind und wie wichtig unsere Unterstützung ist.


Genau deshalb möchten wir bei Bioflix Höfe wie den Biohof Alpbad näher zu euch bringen. In unseren Läden findet ihr Bio-Produkte von regionalen Bauernhöfen, wann immer es euch passt. Mit jedem Einkauf unterstützt ihr kleine Betriebe aus der Region. Und wir hoffen, dass der Alpbad-Most nächstes Jahr wieder in unserem Regal steht.


Hat euch diese Geschichte gefallen oder inspiriert? Schreibt es uns gerne!

Bis bald in unserem Laden – und einen schönen Herbst!


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